Rezension: Die Tote am Watt

Gisa Pauly – Die Tote am Watt
– ich hatte eine andere Ausgabe, von der ich aber kein Bild gefunden habe –

Die Tote am Watt

  • Verlag: tadem verlag
  • Länge: 5 CD, ca. 6 Stunden
  • Teil einer Reihe?: Ja, es ist der erste Fall der Mamma-Charlotte Krimis.
  • Inhalt:  Hauptkommissar Erik Wolf lebt und arbeitet auf Sylt. Dort bekommt er gerade Besuch von seiner italienischen Schwiegermutter Mamma Carola als die Leiche einer erdrosselten Frau aufgefunden wird. Er plant eigentlich den Fall schnell durch eine DNA-Analyse zu lösen, doch auch Mamma Carlotta möchte den Mord unbedingt aufklären.
  • Rezension: Mein Papa hat mir dieses Hörbuch ans herz gelegt und ich muss wirklich sagen, dass es mir sehr gut gefallen hat und mich gestern nach meiner Weisheitszahn-OP wirklich sehr gut hat ablenken können, für die Fahrt im Auto war es etwas zu spannend und gestern musste ich immer wieder Teile wiederholen, weil ich eingedöst bin – was aber nur ein den Nachwirkungen der OP und keinesfalls an der fesselnderen Handlung lag. Mamma Carlotta und ihre Ermittlungsmethoden sind einfach großartig. Und die Mischung für ihr italienisches Temperament auf die eher kühlen Bewohner Sylts trifft macht den Krimi sehr unterhaltsam. Ich kann euch Mamma Carola wirklich wärmstens ans Herz legen und das ganz sicher nicht nur bei Schmerzen.
  • Bewertung: 5 Sterne

Rezension: Wofür sitzen Sie eigentlich hier?

Andreas Schorsch – Wofür sitzen Sie  eigentlich hier? Geschichten vom DB-Servive-Point

DB Service Point

  • Verlag: Goldmann
  • Seitenzahl: 256
  • Teil einer Reihe?: Nein
  • Inhalt: Andreas Schorsch arbeitet an einem der vielen Service Points der Deutschen Bahn und kann daher aus erster Hand berichten was er dort tagtäglich erlebt.  Er begegnet dabei jeder Menge verschiedener Menschen: Senioren, Kindern, Fußballfans und gestressten Businessreisenden. Die Gespräche die er dort führt sind mehr als einmal ziemlich kurios, z.B. mit einer Dame die seit Jahren immer wieder vorbei kommt, um ihren verschollenen Koffer abzuholen.
  • Rezension: Ich wusste sofort, dass mir dieses Buch sehr gut gefallen würde, denn ich habe selbst schon sehr viele Stunden in Zügen und somit auch an Bahnhöfen verbracht. Dabei bin ich selbst mehr als einmal Zeuge geworden der zum Teil sehr kuriosen Gespräche an den Service Points. Und da Andreas Schorsch sein Wissen aus erster Hand bekommt und es ihm gelingt dieses auf überaus amüsante Art und Weise zu erzählen sind meine Erwartungen noch übertroffen worden. Ich musste mehr als einmal laut lachen und so hat mir dieses Buch die Wartezeit auf meine Weisheitszahn OP gestern wirklich auf sehr lustige Art und Weise verkürzt. Aber auch schon meine Eltern, bei denen ich das Buch am Wochenende zu lesen begonnen hatte, waren sofort überzeugt und konnten sich ein Lächeln nicht verkneifen. Ich kann euch dieses Buch wirklich sehr empfehlen, wenn ihr lustige Lektüre sucht, vielleicht ja sogar für die nächste langweilige Bahnfahrt. Vielen Dank an das Team vom Goldmann Verlag, der mir dieses Buch freundlicherweise als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat.
  • Bewertung: 5 Sterne

Rezension: Still. Chronik eines Mörders

Thomas Raab – Still. Chronik eines Mörders

Still

  • Verlag: Droemer
  • Seitenzahl: 358
  • Teil einer Reihe?: Nein
  • Inhalt und Rezension: Der Klappentext nennt den Roman von Thomas Raab „Die Geschichte eines Mörders. Fallstudie, Psychogramm, Literarisches Porträt“. Und das ist in dem Text auf spannende und beklemmende Weise mit Sogwirkung ineinander verwoben. Karl Heidemann, der Protagonist, wird vom Leser von seinem ersten Schrei bis zu seinem Tod begleitet. Er ist eine gestörte Kreatur, denn die Gabe eines übersensiblen Gehörsinns, der ihn den Flügelschlag eines Schmetterlings qualvoll hören lässt, macht ihn zum einsamsten Menschen der Welt, der schon als Kind von allen missverstanden wird. Denn seinen einzige Gegenwehr gegen die Geräusche ist ein permanentes Schreien. In ihrer Verzweiflung über das nicht zu beruhigende „Schreikind“ verbannen die Eltern ihn in den Keller. Dadurch erhält er keine Sozialisierung und kann nicht zwischen Gut und Böse unterscheiden. Eigentlich wollte er nichts Böses, als er so vielen Menschen den Tod brachte, denn er hatte stille Zufriedenheit auf dem Antlitz seiner toten Mutter gesehen und setzt deshalb Tod mit Ruhe, Schönheit und Erlösung gleich, einer Erlösung, die er fortan vielen Unglücklichen schenken will. Schon sehr früh begeht er seine ersten Morde und als der Vater dahinter kommt wendet sich dieser voller Abscheu von seinem Sohn ab. Karl ist zutiefst verletzt und verlässt seinen Keller, um vielen Unglücklichen die „Erlösung“ zu schenken, wie er in seiner kindlichen Naivität glaubt. Für ihn ist der Tod ein Geschenk aus Menschenhand. So zieht er mordend durchs Land mit der Sehnsucht nach Liebe im Herzen, die nicht befriedigt wird, bis er Marie trifft…
    Das Psychogramm von Karl, einem Menschen mit abnormen Fähigkeiten, mutet zugleich abstoßend und mitleidserregend an. Der Autor schafft es immer wieder, das Unrechtsempfinden des Lesers schwanken zu lassen. Man ist empört über die scheinbare Gleichgültigkeit des Mörders und gleichzeitig möchte man ihn in den Arm nehmen und ihm endlich das geben wonach er sich sehnt: Liebe, Geborgenheit, Anerkennung, Verständnis.
    Die Sprache des Autors ist ein wenig gewöhnungsbedürftig, das Erzähltem ist eher langsam. Trotzdem zieht der Text den Leser unentrinnbar in den Bann und liefert eine virtuose Analyse mit Sogwirkung, die ein beklemmendes Grauen hinterlässt und die unbeantwortete Frage, ob Karl mangels ethischen Bewusstseins schuldig und verantwortlich zu nennen ist. Ein anregendes und aufwühlendes Buch.
    Vielen Dank an das Team vom Droemer Verlag, der mir dieses Buch freundlicherweise als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat.
  • Bewertung: 4 Sterne

Rezension: Gotteslüge

Kathrin Lange – Gotteslüge

Gotteslüge_Cover

  • Verlag: blanvalet
  • Seitenzahl: 416
  • Teil einer Reihe?: Ja, es ist Der zweite explosive Fall für Faris Iskander.  Das erste Buch trägt den Titel „40 Stunden“.
  • Inhalt: Der Ermittler Faris Iskander gehört zur Berliner Sondereinheit SERV (Sondereinheit für religiös motivierte Verbrechen) wird zu einer Geiselnahme gerufen, als er gerade von der Ermordung seiner Ex-Verlobten erfahren hat. Doch schnell wird deutlich, dass wesentlich mehr dahinter steckt und das Ganze ein persönliche Note hat, denn ein mit einem Sprengstoffgürtel bewaffneter Mann überbringt Faris eine Botschaft. Sie lautet: „Das nächste Mal wirst du auf den Auslöser drücken.“. Fairs beginnt sich schnell zu fragen, wer hinter alle dem stecken könnte…
  • Rezension: Ich muss wirklich sagen, dass mich dieser Thriller unglaublich schnell in seinen Bann gezogen hat, trotzdem habe ich das Buch abgebrochen. Das liegt daran, dass mir das Buch einfach zu „heftig“ und „realistisch“ erschienen ist besondern angesichts der Vorkommnisse der letzten Wochen. Besonders durch die Perspektivwechsel  wurde ich „gezwungen“ mich mit den Gedanken des Terroristen auseinander zu setzen. Das war mir persönlich zu viel. Außerdem hätte ich unglaublich gern gewusst, was genau denn nun „vorher“ passiert ist, denn ständig wird darauf Bezug genommen – vielleicht hätte ich wirklich auch zuerst den ersten Teil lesen sollen. Vielleicht hätte mich das Ganze Thema dann auch nicht so sehr erschreckt, ich weiß es nicht.  Auf jeden Fall ist der Thriller sehr spannend und sicher lesenswert aber für mich persönlich im Moment  „zu nah an der Realität“, denn ich habe auch noch in Berlin gesessen, während ich dieses auch las. Daher kann ich es auch nur eingeschränkt weiter empfehlen. Der Schreibstil ist auf jeden Fall sehr gut und das Buch unglaublich fesselnd, nur ist es vielleicht einigen Menschen so wie mir thematisch zu „heftig“. Vielen Dank an das Team vom blanvalet Verlag, der mir dieses Buch freundlicherweise als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat.
  • Bewertung: 3 Sterne

Rezension 2: Kastelau

Nachdem ich im Februar bereits eine kurze Rezension zu diesem Buch verfasst habe, folgt jetzt eine ausführliche Rezension des Titels, wie ihn meine Freundin sieht.

Charles Lewinski – Kastelau

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  • Verlag: Nagel  & Kimche
  • Seitenzahl: 498
  • Teil einer Reihe?: Nein
  • Inhalt und Rezension: Der Einstieg zu Kastelau ist neugierig machend und filmreif zu dem Buch passend: Lewinsky schildert, wie ein gewisser Samuel A. Saunders im Juni 2011 auf dem Walk of Fame in Los Angeles mit einer Spitzhacke auf den Stern von Arnie Walton einschlägt und dabei von einem Polizisten angeschossen wird. Später erliegt der Randalierer seinen Schussverletzungen. Seine Hinterlassenschaft  – Papiere, Notizen, Briefe, Tagebuchaufzeichnungen, Bruchstücke einer Dissertation – fügt Lewinsky zu einer authentisch wirkenden in Wahrheit aber erfundenen Geschichte in Romanform zusammen. Man erfährt, dass Samuel A. Saunders seinem Doktorvater, den früheren Nazi-Filmstar und späteren Hollywoodstar Arnie Walton auf die Schliche kommt, dessen Vorgeschichte aufdeckt und auch noch auf einen mutmaßlich von ihm verübten Mord stößt. Die Vorgeschichte Arnie Waltons, als UFA-Schauspieler zur Nazizeit noch Walter Arnold, entsteht aus verschiedenen Fragmenten aus Sanders Nachlass, die aneinandergereiht allmählich eine für den Leser schlüssige Abfolge von Ereignissen der damaligen Zeit ergibt, geschildert aus unterschiedlichen Perspektiven der damaligen Beteiligten. Eine Filmcrew der UFA verlagert illigalerweise ihren Drehort von Berlin-Babelsberg nach Kastellan, einem abgelegenen Bergdorf bei Berchtesgaden, um dem drohenden Untergang der Reichshauptstadt zu entkommen, und um in jedem Dorf den Durchhalte-Film „Lied der Freiheit“ zu drehen. Tatsächlich aber geht es aber mehr und mehr nicht darum einen Propagandafilm zu drehen, sondern um den Schein einer kriegswichtigen Produktion aufrecht zu erhalten. Die Ereignisse verdichten sich bis hin zu einem offensichtlichen aber nicht nachzuweisenden Mord, der der Schauspieler Arnie Walton begeht, und dem der Protagonist Saunders bei der Recherche zu seiner Doktorarbeit über Filme der 20-iger und 30-iger Jahre in Deutschland aufdeckt.
    Anfänglich verwirrt dasBuch durch eine Vielfalt von technischen Hilfsmitteln wie Einstiegs-Szene, Vorbemerkung, Fußnoten, Querverweise, Anhänge, Wikipedia-Einträge – aber wenn man erstmal den Aufbau verstanden hat, entsteht eine chronologisch und inhaltlich verständliche Folge von höchst dramatischen Ereignissen. Der Roman beruht auf einem historischen Ereignis, das zeitkritisch betrachtet wird. Trotz Neugier und Faszination springt aber der Funke nicht über: Die Figuren bleiben häufig flüchtig skizziert, blass und trotz der dramatischen Ereignisse blutleer. Einzig die Figur der Tiziano Adam – eine Kneipenwirtin, die die damalige Zeit als Schauspielerin der 2. Liga mit erlebt hat, erscheint authentisch, spannend und neugierig machend.
  • Bewertung: 3 Sterne

Rezension: Glaskinder

Kristina Ohlsson – Glaskinder

Glaskinder

  • Verlag: der Hörverlag
  • Länge: 2 Stunden und 19 Minuten, 2 CDs
  • Teil einer Reihe?: Nein
  • Inhalt:  Billie ist zwölf Jahre alt und alles andere als begeistert als die nach dem Tod ihres Vaters mit ihrer Mutter von der Stadt aufs Land ziehen soll. Zu allem Überfluss scheint es in ihrem neue Haus auch noch zu spuken und ihre Mutter glaubt ihr nicht. Gemeinsam mit ihrer Freundin Simona und dem Nachbarsjungen Aladdin versucht sie die Vergangenheit des Hauses zu erforschen und  dem Ganzen auf die Spur zu kommen.
  • Rezension: Im Urlaub habe ich Hörbücher wieder neu für mich entdeckt und mich sehr gefreut, als  mich nach der Rückkehr gleich ein Neues erwartet hat. Dieses hat mir eine lange Autofahrt verkürzt und mich dabei sehr gut unterhalten, wobei ich mich ach ein kleines bisschen gegruselt habe. Unglaublich wie mutig Billie und ihre Freunde sind und wie konsequent sie nicht eher aufgeben, als wenn sie alles aufgedeckt haben. Aber ich ich möchte nicht zu viel verraten – doch die Kinder sind auf jeden Fall die Stars dieses Hörbuches. Aber auch die Erwachsnen sind sehr authentisch. Ich mag die Art und Weise wie die Autorin Grusel und Jugendbuch vermischt und dem Spuck auf so besondere Art und Weise auf die Spur geht durch sehr mutige Kinder – anders als in typischen „Es spukt in meinem Haus “ – Geschichten. Vor Billie und ihren Freunden kann ich nur den Hut ziehen, so mutig wäre ich nicht, besonders wenn man bedenkt, dass ihr kein Erwachsener glaubt und sie trotzdem nicht an sich selbst zweifelt. Ich kann „Glaskinder“ wirklich weiter empfehlen – aber hört es euch besser nicht allein im Dunkeln an. Vielen Dank an das Team  vom Hörverlag, die mir dieses Hörbuch freundlicherweise als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben.
  • Bewertung: 5 Sterne

Rezension: Die Auslöschung der Mary Shelley

Marc Buhl – Die Auslöschung der Mary Shelley

Auslöschung

  • Verlag: Blink Books
  • Seitenzahl: 294
  • Teil einer Reihe?: Nein
  • Inhalt: Die Informatikerin Mary Shelley kann nach dem Mord an einem kleinen Mädchen nicht mehr länger einfach zuschauen, wie in der Welt täglich vielfältige Verbrechen verübt werden. Sie erschafft gemeinsam mit ihrem Team eine Maschine, den NSA-Supercomputer, mit Namen „Viktor“, der übers Internet Gewalt erkennen und dagegen ankämpfen soll. Dafür ist es allerdings notwenig, dass „Viktor“ lernt zu „denken“ und ihn nicht zu begrenzen. Doch diese Entscheidung hat Folgen die Mary nicht vorhergesehen hat und die völlig aus dem Ruder laufen, am Ende das Leben vieler Menschen bedroht, nicht zuletzt auch das von Schöpferin Mary selbst.
  • Rezension: Ich muss ganz deutlich sagen, dass dieses Buch unglaublich spannend ist, aber auch gleichzeitig zugeben, dass ich es an vielen Stellen schlichten nicht verstanden habe, weil mir das Fachwissen fehlte. Ich glaube dieses Buch wäre bei meinem Freund, einem absoluten Computer-Fachmann, wesentlich besser aufgehoben als bei mir und er hätte sicher auch noch mehr Spaß an diesem Buch gehabt als ich, das er das Ganze hätte besser nachvollziehen können als ich. Trotzdem muss ich sagen, dass auch mich sehr gefesselt hat. Nur fand ich es teilweise schade, dass ich es nicht wirklich verstanden hatte, wie es zu dem Ganzen Chaos im Viktor kommen konnte. Mein Fazit ist ganz klar, dass ich dieses Buch „Computer-Nerds“ absolut ans Herz legen, aber auch allen anderen wirklich empfehlen kann. Vielen Dank an das Team vom Blink Books Verlag, der mir dieses Buch freundlicherweise als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat.
  • Bewertung: 3 Sterne