Rezension: Fast genial

Benedict Wells – Fast genial
  • Verlag: Diogenes
  • Seitenzahl: 322
  • Teil einer Reihe?: Nein
  • Inhalt:
    Francis  Dean ist 17 Jahre alt und lebt mit seiner Mutter in einem Trailerpark in New Jersey. Seine Mutter ist schwer psychisch krank und offenbart ihm nach einem Selbstmordversuch endlich das lang gehütete Geheimnis seines Vater und seiner Zeugung. Francis ist ein Retortenbaby und sein Vater ein vermeintliches Genie, denn seine Mutter hat an einem Experiment teilgenommen, welches zum Ziel hatte  intellegiente Kinder zu „konstruieren“.  Gemeinsam mit Anne-May, einem Mädchen, dass er in der Psychiatrischen Klinik kennengelernt hat und seinem besten Freund Grover macht er sich auf den Weg seinen Vater zu suchen. Ein spannendes Abenteuer mit vielen neuen Wendungen und einem absoluten Showdown als Finale beginnt.
  • Rezension:
    Ich war sehr neugierig auf das Buch, nachdem ich im Rahmen einer Buchvorstellung in einer Buchhandlung darauf aufmerksam gemacht wurde und habe mich deshalb sehr darauf gefreut, dieses Buch zu lesen. Leider bin ich ein kleines bisschen davon enttäuscht, denn das Ende gefällt mir nicht. Es ist mir persönlich zu offen – ich verstehe die Intention des Autor, aber ich persönlich hätte einfach gern wenigstens erfahren, ob er nun Rot oder Schwarz sieht. Der Rest des Buches gefällt mir aber sehr gut. Die Geschichte ist spannend geschrieben und die Charaktere toll konstruiert. Auch die vielen kleinen Details, die man über die Beziehungen unter den drei sehr unterschiedlichen Jugendlichen erfährt, finde ich toll und sehr authentisch. Besonders gut gefällt mir die Episode, als Grover fast in den Gran Canyon stürzt aber auch das gemeinsame Träumen von einem Haus oder das nächtliche Gespräch von Francis und Anne-May finde ich sehr gut und gefühlvoll. Es macht das Buch aus, das eben nicht alles wie geplant läuft. Der Vater von Francis ist ein krimineller Betrüger, die Freundschaft zwischen Francis und Grover übersteht das Studium nicht und Anne-May liebt ihn nicht genug, obwohl er der Vater ihres Kindes ist. Und gerade diese Aspekte machen das Buch so wertvoll. Schade dass wir nicht erfahren, ob Francis in den Krieg geht oder sich ein neues Leben mit seiner kleinen Familie aufbauen kann.
    Vielen Dank an den Verlag Diogenes, der mir dieses Buch als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat.
  • Bewertung:  

Rezension: Himmel und Hölle

Hera Lind – Himmel und Hölle

  • Verlag : Diana Verlag (Verlagsgruppe RANDOM HOUSE)
  • Seitenzahl : 368
  • Teil einer Reihe? :  Nein
  • Inhalt:
    Dr. Konstanze Kuchenmeister ist eine Gynäkologin, die nie aufgibt. Kurz nach der Geburt ihrer Zwillinge wird bei ihr Gebärmutterhalskrebs festgestellt. Aber sie lässt sich nicht unterkriegen und kämpft, baut parallel zu vier Kindern und Chemotherapie ihre eigene Praxis auf. Doch dann kommt der nächste Schock.
  • Rezension:
    Dieser Roman hat mich tief bewegt, besonders weil er auf einer wahren Begebenheit beruht. Wäre die Geschichte ausgedacht, würde man vielleicht sagen, wie unrealistisch das alles ist und das die Autorin etwas übertreibt. Da man aber weiß, dass es Dr. Konstanze Kuchen-meister wirklich gibt,  ist man tief  beeindruckt. An mehr als einer Stelle kamen mir die Tränen, so sehr war ich von dem bewegt, was ich las und wie diese Frau kämpft und nie aufgibt, egal, was ihr auch zustößt und wie dunkel es in ihrem Leben gerade aussieht. Sie schaut immer auf das Licht und gibt die Hoffnung nie auf – ein sehr beeindruckende, mutige und kämpferische Frau, die wir hier kennenlernen. Hera Lind beschreibt ihre Geschichte auf eine fesselnde aber trotzdem sehr einfühlsame Art und Weise. Ich denke, dass ihr Buch Menschen Hoffnung und Kraft geben kann und auf eine behutsame Art und Weise darauf aufmerksam macht wie wichtig eine Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs ist. Es macht aber auch Mut, nie aufzugeben und darauf zu hoffen, dass es immer einen Weg gibt, egal welche Schicksalsschläge auch auf einen einprasseln mögen. Alles in allem finde ich, ist es ein sehr lesenswertes Buch, in dem eine Menge  Kraft steckt!
  • Bewertung:  

Rezension: Durst

Michael Kumpfmüller – Durst

  • Verlag : Fischer Taschenbuch Verlag
  • Seitenzahl : 208
  • Teil einer Reihe? :  Nein
  • Inhalt:
    Es ist mitten im Sommer und eine Mutter tötet, ohne selbst Hand anzulegen, ihre zwei Kinder. Sie verlässt die Beiden und will eigentlich nicht lange wegbleiben. Dann kommt es aber anders, es gelingt ihr nicht zurück zu finden.
  • Rezension:
    Ich finde diese Geschichte sehr bedrückend, besonders weil Kumpfmüller sie anhand von Motiven eines realen Falles erzählt. Ich finde es sehr erschreckend, sie lesen, was in der Mutter vorgeht und wie ihre Kinder am Ende sterben. Denn der Autor schildert das meiner Meinung nach sehr deutlich und detailliert. Wäre die Tat selbst nicht so unglaublich, wäre man als Leser fast gezwungen sich in diese Frau hinein zu versetzen. Das Buch macht mir sehr nachdenklich darüber, wie man solche grausamen Vorkommnisse verhindern könnte und wie man Eltern und gerade Alleinerziehende unterstützen müsst. Meiner Meinung nach schildert der Autor das ganze Geschehen „zu leicht“ , so als wäre es „normal“ und fast nachvollziehbar. Es kommt mir nicht deutlich genug heraus wie schlimm die Folgen des Handeln dieser Frau sind und das so etwas eben hoffentlich nicht der Normalität (was auch immer das sein mag) entspricht. Außerdem finde ich persönlich so einen Fall nicht geeignet um daraus einen Roman zu machen, aber das mögen andere Leser ganz anders empfinden.
  • Bewertung:  

Rezension: Der Traum

James Bryan Smith – Der Traum

  • Verlag : GerthMedien
  • Seitenzahl : 224
  • Teil einer Reihe? :  Nein
  • Inhalt:
    Der Autor Tim muss innerhalb kurzer Zeit drei Schicksalsschläge verkraften : Seine Mutter, sein bester Freund und seine kleine Tochter sterben kurz nacheinander. Dadurch gerät sein Glaube ins wanken. Er nutzt ein Kloster als Rückzugsort und hat dort einen ganz besonderen Traum, in dem er Menschen begegnet, die ihn sehr im Glauben geprägt haben und noch anderen leiben Menschen.
  • Rezension:
    Eine sehr schön erdachte Geschichte darüber, wie ein Mensch nach einer Glaubenskrise sein inneres Gleichgewicht und sein Vertrauen in Gott wieder findet, aber auch darüber, wie sehr uns unsere Mitmenschen prägen. Auch ist es ein Buch über die Kraft der Träume – wirklich sehr empfehlenswert. Das Bild vom Himmel, dass in dieser Geschichte gezeichnet wird gefällt mir sehr gut und ich empfinde es als sehr tröstlich auch wenn es natürlich nur Fiktion ist. Besonders Gut gefällt mir die Szene, in der Tim auf seine kleinen Tochter Madeleine trifft und wie sehr ihn das tröstet.  Ein weiteres Highlight ist meiner Meinung nach der Schluss. wie Tim seiner nach dem Klostererlebnis geborenen Tochter den Namen „Hope“ gibt.  Dieser Teil des Buches beruht wie viele einzelne Aspekte des Buches auf einer wahren Begebenheit, denn der Autor hat ebenfalls eine Glaubenskrise nach dem Tot vom Mutter, Freund und Tochter durchgemacht und wurde durch seine eigenen Tagträume innerlich geheilt, so wie Tim durch seinen Traum im Kloster. Der Auto verarbeitet somit in dem Roman seine eigenen Erlebnisse, sehr beeindruckend und hoffnungsvoll wie ich finde. Dies zeigt sich auch in dem wundervollen und sehr gut passenden Untertitel : Eine Geschichte vom Himmel, die das Herz hielt.
  • Bewertung:  

Rezension: Briefe an Gott

Patrick Doughtie, John Perry – Briefe an Gott

  • Verlag : GerthMedien
  • Seitenzahl : 240
  • Teil einer Reihe? :  Nein
  • Inhalt:
    In diesem Buch geht es um das Leben des  neunjährigen Jungen namens Tyler und seiner Familie. Er leidet an einem Gehirntumor und schreibt deshalb in seinem kindlichen Vertrauen Briefe an Gott – eine Idee seines verstorbenen Vaters. Der Postbote Brady McDaniels weiß nicht was er mit den Briefen machen soll, er mag sie nicht wegwerfen. Mit der Zeit zeigt sich die besondere Kraft die in Tylers Briefen steckt.
  • Rezension:
    Das Buch beruht auf einer wahren Begebenheit und ich finde es deshalb um so beeindruckender.  Man wird sprachlos, wenn man miterleben darf, wie Tylers Familie ihren schweren Alltag meistert,  besonders das Durchhaltevermögen seiner Mutter, die nie aufgibt und dieses starke Vertrauen von Tyler in Gott beeindrucken mich ungemein. Aber auch die Personen Olivia (Tylers Oma), die eine große Stütze für ihre Tochter ist, Ben (Tylers Bruder), der viel zurückstecken und verkraften muss, seinen kleinen Bruder aber trotzdem unendlich liebt und mit ihm mitleidet und Sam (Tylers Freundin) sind sehr gefühlvoll beschrieben und wirklich bewundernswert. Obwohl dieses Buch sehr traurig ist, macht es doch unglaublich viel Mut und sehr inspirierend für mich gewesen. Man kann von Tyler lernen, eine neue Art zu finden, mit Gott ins Gespräch zu kommen und neu auf eine vielleicht kindliche aber sehr ehrliche Art und Weise zu beten. Tyler war ein toller Junge mit einer genialen Idee, wie man mit Leid und seinen Fragen an Gott umgehen kann, die zum Nachahmen einlädt.
  • Bewertung:  

Rezension: Der Tag, an dem meine Tochter verrückt wurde

Michael Greenberg – Der Tag, an dem meine Tochter verrückt wurde

  • Verlag : dtv
  • Seitenzahl : 283
  • Teil einer Reihe? :  Nein
  • Inhalt:
    Der Schriftsteller Michael Greenberg erzählt in seinem Buch von einer wahren Begebenheit aus seinem Leben: dem Sommer, in dem seine 16-jährige Tochter Sally unter einer Psychose litt. Dadurch ändert sich sein Leben schlagartig von einem Tag auf den anderen. Er beschreibt die Zeit in der Klinik und die erste Phase nach der Entlassung mit ambulanter Therapie. Das Buch endet mit einer Zusammenfassung der darauffolgenden Jahre im Leben seiner Tochter.
  • Rezension:
    Auf eine sehr behutsame, einfühlsame und trotz des schweren Themas leicht lesbare Art und Weise beschreibt der Autor in seinem Buch, wie es ihm ging in dem Sommer, in dem wie er selbst sagt, seine Tochter verrückt wurde, ohne dabei sentimental zu wirken. Man bekommt einen guten Einblick darin, wie es sich für ihn als Vater angefühlt haben muss und welche Hilflosigkeit er gespürt hat, wie er aber trotzdem sehr um Verständnis für die Situation seiner Tochter und ihre „Rückkehr in eine normales Leben“ kämpft. Dadurch bekommt der Leser Informationen über das Leben mit einer Psychose ohne hochwissenschaftliche Ausdrücke und sentimentales Drumherumgerede. Die Art und Weise des Autors mit dem Thema aus Sicht eines Vaters umzugehen gefällt mir sehr gut und ich denke, dass die Leser dieses Buches ein Verständnis für das Leben von Menschen mit psychischen Erkrankungen und deren Angehörigen entwickeln, dass mehr ist als Mitleid. Außerdem empfinde ich es als ein sehr mutmachendes Buch, dass vielleicht auch dazu beitragen kann Vorurteile und Ängste aus Unwissenheit abzubauen. Es ist meiner Meinung nach ein rundherum gelungenes Buch.
  • Bewertung: