Rezension: Wir sind durch Licht und Schatten gegangen

Wir sind durch Licht und Schatten gegangen

  • Verlag: Ev.-Luth. Kirchengemeinde Farmsen-Berne
  • Seitenzahl: 292
  • Teil einer Reihe?: Ja
  • Inhalt: Das 7. Buch der Biografiewerkstatt Farmsen-Berne mit 14 Kurzbiografien. Mit großer Willensstärke meistern viele Menschen ihr Leben, obwohl sie als Jugendliche die Schrecken des Krieges, der Vertreibung und Flucht erlebt haben und ihnen ihre Jugend in Hitlerdeutschland gestohlen wurde. So wurde Joachim auf Grund seiner Zuverlässigkeit gegenüber anderen Menschen von der Stasi in eine Falle gelockt und landete im Zuchthaus. Eine Situation, die ihm lange als Makel anhaftete. Jutta, die aus einer behüteten Kindheit in verschiedene russische Lager gebracht wurde, als kleines Kind ihrer Mutter beim Sterben zusehen musste und von sich sagt, dass sie jetzt ihr siebtes Leben lebt. Von Susanne hörten wir, wie sie es schafft, ihr Leben als blinde Frau zu bewältigen. Jörn erzählte, wie er nach vielen Reisen und unterschiedlichen Stationen in seinem Leben spät, aber nicht zu spät seine große Liebe fand. Zitat einer Interviewten: „Nicht immer ist es mir leicht gefallen zu berichten, die persönlichen Erinnerungen berührten mich manches Mal sehr, aber das ist auch gut so.“ Die Mitglieder der Biografiewerkstatt Farmsen-Berne haben erschütternde, berührende, unfassbare, aber auch heitere und exotische Lebensgeschichten gehört und aufgeschrieben, um sie vielen Menschen der nachfolgenden Generationen zugänglich zu machen. Diese Lebenserinnerungen berühren nicht nur, sie machen auch Mut, das eigene Leben trotz aller Widrigkeiten anzunehmen und in den Griff zu bekommen. Unter dem Motto Würdigung des Alters wurde das siebte Buch in der Biografiewerkstatt fertig gestellt.“(Quelle: s.u.)
  • Rezension: Eine Freundin von mir hat an diesem Buch mitgeschrieben und eines der Interviews durchgeführt, so war ich von Anfang an irgendwie dabei und habe immer wieder von ihr über dieses spannende Projekt gehört. Als das Buch dann endlich fertig war habe ich mich sehr gefreut das Buch lesen und die Biografien der Menschen entdecken zu können.Ich war wirklich (wieder) sehr begeistert davon, was Menschen so zu erzählen haben und wie es dann von anderen Menschen aufgeschrieben wird, um es für die Nachwelt zu erhalten.  Ich habe es direkt an meine Mama zum Lesen weitergegeben und kann euch das Buch auch wirklich sehr empfehlen!
  • Bewertung:

Quellen der Bilder und Infos:

  • https://www.hugendubel.info/detail/ISBN-9783000688393/Wir-sind-durch-Licht-und-Schatten-gegangen
  • https://www.kirche-hamburg.de/nachrichten/details/wir-sind-durch-licht-und-schatten-gegangen.html

 

Rezension: Splitterfasernackt

Lilly Lindner – Splitterfasernackt

Splitterfasernackt

  • Verlag: Knaur
  • Seitenzahl: 394
  • Teil einer Reihe?: Nein, allerdings gibt es noch eine Fortsetzung ihrer Autobiografie mit dem Titel „Winterwassertief“.
  • Inhalt: Lilly schreibt ihre eigene Lebensgeschichte schonungslos mit sich selbst und auch dem Leser auf, atemlos das Erleben und der Stil: es ist die Geschichte eines vergewaltigten, verwahrlosten, verkauften Lebens: Mit sechs Jahren wird sie regelmäßig vom Nachbarn vergewaltigt. Da er droht, ihr das Schlimmste anzutun, wenn sie sich ihren Eltern anvertraut, schweigt sie. Ihre Eltern sind für sie sowieso keine emotionale Zuflucht, der Vater ist desinteressiert beschwichtigend, die Mutter hasst und liebt sie. Als der Nachbar wegzieht, hat Lilly nicht nur eine gestohlene Kindheit hinter sich, sondern ihr ganzes Leben ist total „unlebbar“ geworden. Mit 13 wird sie magersüchtig und ordnet dem Hungern alles unter, weil es das einzige ist, was sie kann. Sie kann nicht lieben, vertrauen, hoffen, sehnen, nur den „Hungerschmerz“ auskosten. Später verkauft sie ihren Körper in einem Bordell, da hat sie schon lange kein „Körpergefühl“ mehr. Sex ist für sie nur ein Spiel für Gewinner und sie hat ihren Einsatz schon mit 6 Jahren verloren. Nur bezahlter Sex ist einschätzbar, freier Sex, freiwilliger, ist für sie zutiefst verunsichernd und beängstigend. Im Bordell beginnt sie ihre Lebensgeschichte aufzuschreiben und zu verarbeiten. Herausgekommen ist ein beklemmendes, beindruckendes Buch mit sehr eigenem Stil.
  • Rezension: Die Geschichte ist schockierend, sehr berührend und ziemlich einzigartig, leider nicht ungewöhnlich. Wie muss es all den Kindern und Frauen gehen, die vergewaltigt wurden und kein Ventil wie das Schreiben finden? „Vergewaltigung kann man nie vergessen“ sagt Lilly und beschreibt, wie sie sich aus der realen Welt zurückzieht in eine eigene, sie erfindet Ana und Mia (von Anorexie nervosa und Bulimia) und redet mit ihnen auch mit Gegenständen. Gleichzeitig schildert sie unglaublich abständig ihre eignen Erkenntnisse darüber , warum und wie sie handelt. Das Buch ist ein tiefer Einblick in ein total fremdbestimmtes Leben, Gott sei Dank mit einem kleinen Lichtblick am Horizont, wenn Lilly sich zum ersten Mal fallen lassen kann ohne Fluchtgedanken bei ihrem großartigen Freund Chase. Dem – und ihrer Freundin Lady – legt Lilly viele Erklärungen zu ihrem Verhalten in den Mund, die sehr scharfsinnig sind. So berichtet er in einem intimen Moment, dass er sie verstanden hat durch ihr Schweigen, durch ihre Stille, die sehr viel beredeter war als ihr Aufschreien. Und Lady erzählt ihr so vielsagende Sätze wie: Du kannst dich sieben Tage in eine Garage stellen und wirst doch kein Auto! Auch wenn der Stil einzigartig ist, hat mich zunehmend die Wiederholung der Zerlegung bestimmter Satzmuster in Einzelsegmente gestört. Auch die ständige „Fremdbewunderung“ ihres Körpers und Aussehens durch ihre Freier ging mir manchmal auf die Nerven, auch wenn es nachvollziehbar ist, die Eigenwahrnehmung auf diese Weise zu korrigieren. Vielen Dank an das Team vom Knaur Verlag, der mir diese Buch freundlicherweise als Rezensionsexemplar zur Verfügung gesellt haben.
  • Bewertung: 4 Sterne

Rezension: Amon. Mein Großvater hätte mich erschossen

Jennifer Teege, Nikola Sellmair  – Amon. Mein Großvater hätte mich erschossen

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  • Verlag: Rowohlt
  • Seitenzahl: 272
  • Teil einer Reihe?: Nein
  • Inhalt: Jennifer Teege stößt im Alter von 38 Jahren bei einer Recherche in einer Bibliothek per Zufall auf ein Buch über ihre Mutter und ihren Großvater Amon Göth. Ihr Leben ändert sich sofort grundlegend und sie begibt sich auf Spurensuche und versucht zu verarbeiten, dass ihr eigener Großvater der Amon Göth ist, der in der NS Zeit so viele Menschen grausam getötet hat und dessen Namen man aus dem Film „Schindlers Liste“ kennt. Jennifer Teige ist die Tochter eines Nigerianers und einer Deutschen. Sie wuchs bei Pflegeeltern auf, die sie im Grundschulalter adoptieren. Damit brauch auch der Kontakt zu ihrer leiblichen Mutter und ihrer Großmutter, der Frau von Amon Göth, ab. Sie hat viel Zeit im Ausland, insbesondere auch in Israle gebracht und wird von ihrem Familiengeheimnis völlig aus der Bahn geworfen, Also beginnt sie gemeinsam mit der Journalistin Nikola Sellmair zu recherchieren und begibt sich auf Spurensuche, wer ihr Großvater war, ihre Großmutter, ihre Mutter und nicht zuletzt sie selbst.
  • Rezension: Ich habe dieses Buch zum Geburtstag bekommen und fand es gleich sehr interessant, wusste aber auch, dass es keine leichte Lektüre sein würde. In den letzten zwei Wochen habe ich das Buch jetzt gelesen und dabei eine unglaublich starke Person kennengelernt, nämlich Jennifer Teege. Ich finde es wirklich beeindruckend, wie sie uns daran teilhaben lässt, wie sie herausfand, wer ihr Großvater war und wie sie diese Erkenntnis verarbeitet hat. Besonders dadurch, dass sie sich beim „Erzählen“ immer wieder mit der Journalistin Nikola Sellmair abwechselt, erfährt man sehr viel über die Hintergründe und auch darüber was in den Menschen vorging. Dieses Buch ist wirklich alles andere als leicht zu lesen, besonders, wenn man das Geschehen an sich ran lässt und einem ständig bewusst ist, dass es sich um eine wahre Geschichte handelt und nicht um Fiktion. Ich finde das Buch unglaubliche mutig, sehr gelungen und absolut lesenswert.
  • Bewertung: 5 Sterne

Rezension: FeshTorge. Mein Tagebuch

Fresh Torge Mein Tagebuch

FreshTorge Tagebuch

  • Verlag: Carlsen
  • Seitenzahl: 128
  • Teil einer Reihe?: Nein
  • Inhalt: Fresh Torge heißt in Wirklichkeit Tore Oelrich und ist einer der beliebten Youtube- Comedians. In diesem Buch berichtet er in Tagebuch-Form von seinem Leben und den Ideen für seine Sketche und Figuren. Ergänzt wird das Ganze durch private Fotos und Bildtafeln seiner beliebtesten Videos.
  • Rezension:  Ich muss zugeben, dass ich  noch nie con Fresh Tore gehört hatte, bevor ich auf dieses Buch gestoßen bin. Es hat irgendwie meine Neugier geweckt. Und als ich dann die ersten Videos angeschaut hatte und  immer mehr über den Auto herausfand, u.a. auch dass er eigentlich als Erzieher an seiner ehemaligen Grundschule in Wesselburen arbeitet, da wusste ich das ich dieses Buch unbedingt lesen muss.  Heute habe ich es endlich zur Hand genommen und fühlte mich wirklich sehr gut unterhalten und habe viel gelacht und vor allem während des Lesens unglaublich  viele Videos auf Youtube angeschaut. Ich bin mir aber sicher, dass ich nur einen Bruchteil kennengelernt habe. Trotzdem glaube ich, dass ich nicht wirklich die Zielgruppe dieses Buch war und das man unendlich viele mehr Spaß an dem Buch hat, wenn man Fresh Tore kennt und mehr über seine eigene Biografie und vor allem seine Ideen für die unzähligen Youtube Videos erfahren möchte. Diesen Menschen kann ich dieses Buch nur wärmstens ans Herz legen, für alle anderen ist es vielleicht  trotzdem eine lustige Lektüre für zwischendurch. Vielen Dank an das Team vom Carlsen Verlag, der mir dieses Buch freundlicherweise als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat.
  • Bewertung: 4 Sterne

Rezension: Erich Ohser alias e.o. plauen

Elke Schulze – Erich Ohser alias e.o. plauen. Ein deutsches Künstlerschickal

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  • Verlag: Südverlag
  • Seitenzahl: 114
  • Teil einer Reihe?: Nein
  • Inhalt: Erich Ohser hat unter dem Pseudonym e.o.plauen die Bildergeschichten von Vater und Sohn veröffentlicht.
  • Rezension: Ich habe schon früh die Bildergeschichten von Vater und Sohn kennen- und lieben gelernt. Doch erst jetzt habe ich auch mehr über den Künstler erfahren, zuerst in dem Sammelband mit den Bildergeschichten (Vater und Sohn – zwei die sich liebhaben) und dann in diesem Buch und ich war wirklich beeindruckt. Das Leben von Erich Ohser wird wirklich sehr detailliert und auf besondere Art und Weise beschrieben. Sehr gut gefallen haben mir die Originaldokumente, Fotos und Zeichnungen – die die Worte erst richtig zum Leben erweckt habe und mir dadurch den Schöpfer von Vater und Sohn sehr nahe gebracht haben – unglaublich, was er durchstehen musste, um seine nun überall bekannten Comics zu veröffentlichen. Ich kann diese Biografie wirklich weiter empfehlen. Vielen Dank an den Südverlag, der mir dieses Buch freundlicherweise als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat.
  • Bewertung: 5 Sterne

Rezension: Verkannte Pioniere

Armin Strohmeyr  – Verkannte Pioniere. Abenteuer. Erfinder. Visionäre.

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  • Verlag: styria
  • Seitenzahl: 304
  • Teil einer Reihe?: Nein
  • Inhalt: Die Menschen, die in diesem Buch vorgestellt werden, waren ihrer Zeit irgendwie voraus und wurden daher eher als Spinner betrachtet. Zudem waren die meisten von Ihnen auch keine geschickten Taktiker und haben sich ihrer Erfindungen und Ideen nicht immer patentieren lassen. Trotzdem haben sie sehr wichtige und für uns heute selbstverständliche Dinge wie Strom, Autos oder das Telefon erfunden oder entscheidend zur Entdeckung der DNA oder der Bekämpfung von Krankheiten wie den Piken beigetragen.
  • Rezension: Ich liebe solche kurzen Biografien von bedeutenden Menschen, über die man aber eigentlich noch nichts weiß. So wird das Leben dieser ungewöhnlichen und unbekannten Menschen lebendig und sie bekommen nach ihrem Tod einen verdienten höheren Bekanntheitsgrad, der ihnen zu Lebzeiten meist verwehrt geblieben ist. Oft waren es Frauen oder vermeintliche „Träumer“, die wichtige Dinge erfunden oder entdeckt haben, meistens trafen sie aber (oft aufgrund ihres weiblichen Geschlechtes) auf Unverständnis und wurden von ihren Kollegen um Ruhm und Ehre betrogen. Trotzdem haben sie nicht aufgegeben und das beeindruckt mich wirklich. Und deshalb hat mir dieses Buch so gut gefallen, denn es sind viele kleine aber spannende Lebensgeschichten von besonderen Menschen darin enthalten und zusätzlich kann man noch eine Menge lernen, denn die Lebensgeschichten und Erfindungen bzw. Entdeckungen sind so unterschiedlich wie die Menschen, denen wir sie zu verdanken haben. Ich kann das Buch daher nur weiterempfehlen und kann sehr gut verstehen, warum es den dritten Platz Platz 3 im
    „DAMALS-Buchwettbewerbs „Das historische Buch des Jahres 2014““ in der Kategorie „Unterhaltung“ gewonnen hat und für das beste Wissenschaftsbuch des Jahres 2014 nominiert worden ist.Vielen Dank an den styria Verlag, der mir dieses Buch freundlicherweise als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat.
  • Bewertung: 5 Sterne

Rezension: First Ladys

Armin Strohmeyr – First Ladys

First Ladys

  • Verlag: Styria premium
  • Seitenzahl: 246
  • Teil einer Reihe?: Nein
  • Inhalt: In den USA ist die „First Lady“ schon lange ein feststehender Begriff und auch hierzulande wird der Begriff immer gebräuchlicher. Dieses Buch stellt in 11 Portraits die  First Ladys, also die Frauen der Bundespräsidenten vor: 1. Elle Heuss-Knapp, 2. Wilhelmine Lübke, 3. Hilda Heinemann, 4. Mildred Schäl, 5. Veronica Carstens, 6. Marianne von Weizächer, 7. Christiane Herzog, 8. Christina Rau, 9. Eva Luise Köhler, 10. Bettina Wulf & 11. Daniela Schadt
  • Rezension: Eigentlich ist Politik nicht ganz so meins, aber  dieses Buch hat mich trotzdem neugierig gemacht, weil es dabei wie ich hoffte nicht hauptsächlich im Politik, sondern um das Leben von Menschen drehen würde.   Und genauso war es, ich habe während des Lesens sehr viele interessante Details über das Leben von starken Frauen erfahren. Besonders spannend, fand ich den Vergleich von Bettina Wulf und Daniela Schadt sowie von Hilde Heinemann und das nicht nur weil sie wie ich Hanseaten ist. Außerdem ich mir bewusst geworden, dass ich auch nicht mehr die Jüngste bin, wenn ich mich aktiv an mehr als die Hälfte der Bundespräsidenten und ihre First Ladys erinnern kann. Ich kann dieses Buch wirklich nur weiterempfehlen, an meine politikbegeisterten Lesern sowieso, aber ich denke auch gerade den anderen Lesern kann es helfen sich ein wenig über unsere Bundespräsidenten zu informieren und das aus eher untypischer Perspektive. Ich finde das Buch wirklich großartig. Vielen Dank an den Styria Verlag, der mir dieses Buch freundlicherweise als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat.
  • Bewertung: 5 Sterne