Rezension: Solange du deine Füße auf meinen Tisch legst…

Hajo Schumacher – Solange du deine Füße auf meinen Tisch legst… Mein schrecklich lustiges Leben als Vater

  • Verlag: Luebbe (Eichborn)
  • Seitenzahl: 240
  • Teil einer Reihe?: Nein.
  • Inhalt: Der Autor ist selbst Vater zweier Söhne und berichtet in diesem Buch aus seinem Alltag. Ständig steckt man zwischen   verschiedenen Rollen und Anforderungen fest.
  • Rezension: Ich finde man merkt schon, wenn man das Cover ansieht, dass Hajo Schuhmacher gerne Vater ist.  Und dieser Eindruck verstärkt sich während des Lesens. Das finde ich einfach toll. Gleichzeitig macht das Lesen auch mir als Mama sehr viel Spaß, denn er hat eine ganz besondere Art und Weise die Dilemma zu schildern, denen man sich täglich ausgesetzt fühlt – so unglaublich lustig aber nie so, dass man das Gefühl hat er würde sich über seine Familie lustig machen oder seine Funktion als Papa nicht ernst nehmen. Immer wieder habe ich das Buch zur Hand genommen und in einem der Kapitel gelesen. Dabei habe ich mich mehr als einmal an meinen eigenen Alltag erinnert gefühlt und musste darüber schmunzeln, was uns als Familie wohl noch so alles erwartet. Ich kann das Buch sehr empfehlen, finde aber, dass es eindeutig ein Buch ist, für das man sich Zeit nehmen sollte um es immer wieder zu lesen und nicht an einem Stück.So hat man noch viel mehr davon.  Aber das muss natürlich jeder selbst entscheiden.
  • Bewertung: 

Rezension: Die verletzte Tochter

Jeanette Hagen –  Die verletzte Tochter. Wie Vaterentbehrung das Leben prägt

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  • Verlag: Scorpio Verlag
  • Seitenzahl: 239
  • Teil einer Reihe?: Nein
  • Inhalt: Das Buch ist ein sehr persönliches Sachbuch, geschrieben in der Ich-Form, da die Autorin selbst betroffen ist. Sie erzählt ihre Geschichte stellvertretend für viele, die das Schicksal „fehlender Vater“ mit sich herumtragen. Zusätzlich liefert sie eine Fülle wissenschaftlicher Erkenntnisse zum besseren Verständnis der Problematik auch für Nichtbetroffene. Jeanette Hagen erklärt ihr Vorgehen so: „Die kursiv gedruckten Passagen am Anfang der Kapital erzählen nach und nach meinen Weg, damit bringe ich viel Privates in die Öffentlichkeit, was für ein Sachbuch, in dem es gemeinhin um das Wir und nicht um das Ich geht, eher ungewohnt sein mag. Aber ich bin überzeugt, das das Begreifen einer gesellschaftlichen Situation über das Verstehen des Individuums geht.“ Vaterentbehrung ist sicher für alle Betroffenen ein komplexes Leben und Leiden und die Autorin vermerkt, dass die Auswirkungen für Jungen und Mädchen teils ähnliche, aber auch unterschiedliche Auswirkungen hat. Ihr Schwerpunkt in dem Buch liegt auf den Folgen, die es für Töchter hat, wenn der Vater sich abwendet. Nach jeder Schilderung eines eigenen Entwicklungsschrittes beleuchtet sie diesen wissenschaftlich, angereichert mit Zitaten von Psychoanalytikern und Betroffen.
  • Rezension: Es ist nicht ganz leicht, das Buch zu bewerten, wenn man nicht das gleiche Schicksal teilt. Berührend und informativ ist es auf jeden Fall. Ich kann mir vorstellen, dass die Zweigleisigkeit der Autorin eine hohe Identifikationsmöglichkeit bietet und viele Betroffene sich total wiederfinden in den Texten und auch Neues erfahren, wie man sich aus den eigenen Verstrickungen lösen kann. Insofern ist es ein sehr persönliches aber auch nützliches Buch, das sich mit einem Thema befasst, das in unserer Gesellschaft häufig vorkommt und sicher andere Aspekte hat, als die Vaterlosigkeit der Kriegsgenerationen. Der Stil der Autorin ist angenehm sachlich und verständlich im wissenschaftlichen Teil und berührend emotional ohne melancholisch zu werden im autobiografischen Teil. Ihre Bewältigungsstrategien haben auch gestalttherapeutische Sitzungen in der Gruppe oder allein mit eingeschlossen. Sie arbeitet sich Schickt für Schicht zurück zum Ich, heraus aus der Opferrolle. Das Ganze ist sehr überzeugend geschildert und macht (hoffentlich) anderen Betroffenen Mut, sich auch auf die Suche nach dem eigenen Ich zu machen, um bei einem Bedingungslosen „Ja“ zu sich selbst zu landen, auch wem der Vater, von dem sich das alle Kinder wünschen, dieses „Ja“ nie vermitteln konnten.
  • Bewertung: 5 Sterne

Rezension: Vater und Sohn – Zwei, die sich lieb haben

Erich Ohser / e.o.plauen – Vater und Sohn – Zwei, die sich lieb haben

Vater und Sohn 33

  • Verlag: Südverlag
  • Seitenzahl: 80
  • Teil einer Reihe?: Nein, aber es gibt noch viele weitere Geschichten von Vater und Sohn.
  • Inhalt: Wohl jeder kennt die Geschichten von „Vater und Sohn“ aus seiner Schulzeit. Der Zeichner dieser genialen Geschichten wäre dieses Jahr 111 Jahre alt geworden, jetzt gibt es eine Sonderausgabe in der sich 33 der besten Comics in Farbe finden.
  • Rezension: Aufsätze schreiben mochte ich als Kind nicht so gerne, aber die Zeichnungen von „Vater und Sohn“ fand ich immer klasse und habe mir gerne Geschichten dazu ausgedacht. Auch heute noch kann ich mich sehr für dieses Bildergeschichten begeistern und ich Farbe sind sie irgendwie noch einmal etwas ganz besonderes. Sehr habe ich mich gefreut, dass eine meiner Lieblingsgeschichten „Der Brief der Fische“  dabei ist. Sehr interessant fand ich auch den Anhang mit einer kurzen Beschreibung zur Entstehung der Bildergeschichten und dem Leben des Zeichners. Ich liebe die Bildergeschichten von „Vater und Sohn“ und finde dieses Buch einfach wunderschön – immer wieder neu. Darum kann ich es auch nur weiterempfehlen, an Kinder und Erwachsene gleichermaßen und vielleicht kann es in Farbe noch mehr Kindern das Schreiben erleichtern so wie mir. Vielen Dank an das Team von Litearturtest und den Südverlag, die mir dieses Buch freundlicherweise als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat.
  • Bewertung: 5 Sterne

Rezension: Vulkanjäger

Katja Brandis – Vulkanjäger

Vulkan

  • Verlag: BELTZ & Gelberg
  • Seitenzahl: 365
  • Teil einer Reihe?: Nein
  • Inhalt: Jan hat wenig Kontakt zu seinem Vater und sieht ihn so gut wie nie, bis dieser ihn einlädt gemeinsam mit ihm einen Film über Vulkane zu drehen. Er ist nämlich Dokumtarfilmer und hat sich auf Vulkane spezialisiert. So erlernt Jan sehr aufregenden Sommerferien. Und das liegt nicht nur an den feuerspukenden Ungetümen, sondern auch an Giulia, der er in Neapel begegnet und die ihn daraufhin in Gedanken durch die halbe Welt begleitet. Doch das es richtig gefährlich ist merkt Jan erst als es schon fast zu spät ist….
  • Rezension:  Am Anfang (nach dem ersten Seiten) dachte ich, dass Buch gefällt mir nicht und wollte es schon fast wieder zur Seite legen. Doch zum Glück habe ich weiter gelesen und dann hat mich die Geschichte sehr schnell in ihren Bann gezogen und ich konnte das Buch dann kaum noch aus den Händen legen. Jans Sommerferien sind unglaublich spannend und das gleich auf mehreren Ebenen: Zuerst natürlich das Offensichtliche, nämlich die Abenteuer im Zusammenhang mit Vulkanen und deren unmittelbaren Gefahren. Aber da sind auch noch die tieferen Ebenen, in denen Jan sich selbst besser kennen lernt, sein eigenes Leben hinterfragt und die Beziehungen zu seinen Mitmenschen, völlig Fremden, seiner Mutter, seinem Vater und Giulia. Dabei stellt er fest, das ihm Menschen und deren Schicksal sehr am Herzen liegen, auch wenn er sie kaum kennt. Ich kann die Geschichte wirklich nur wärmstens weiterempfehlen, besonders für Jugendliche, die sich ja selber gerade wie Jan in der Phase des Erwachsenwerdens befinden – dabei ist es denke ich für Mädchen und Jungen gleichermaßen ansprechend und kann vielleicht daher sogar als Klassenlektüre gelesen werden. Vielen Dank an den BELTZ & Gelberg Verlag, der mir dieses eBook freundlicherweise als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat.
  • Bewertung: 5 Sterne

Rezension: Väter

Dieter Thomä – Väter

  • Verlag: dtv
  • Seitenzahl: 367
  • Teil einer Reihe?: Nein
  • Inhalt:
    „Wie hat sich die Vaterrolle gewandelt im Laufe der Zeit, welche Lebensmöglichkeiten gibt es heute? Aus der historischen Perspektive liefert Dieter Thomä, unter den Philosophen der Spezialist für Familienfragen, neue Argumente für die unverändert aktuelle Debatte über gutes und schlechtes Vatersein. Allen Vätern und jenen, die noch Väter werden könnten, empfiehlt er Gelassenheit. Denn aus Schlachten, die schon die Großväter und Väter geschlagen haben, kann man sich getrost heraushalten.“ So lautet der Klappentext auf der Rückseite des Buches und ich denke der sagt alles.
  • Rezension:
    Dieses Buch hat durch eine Verwechslung den Weg zu mir gefunden. Eigentlich hat es mich angesprochen, ich habe es aber trotzdem sofort mit in die Sonne genommen und ein wenig darin gestöbert und es quergelesen. Ich war positiv überrascht von der Vielseitigkeit und Struktur des Buches, trotzdem kann ich mir momentan nicht vorstellen, es von vorne bis hinten an einem Stück zu lesen. Ich bin mir aber sicher, dass es an dieser Thematik Interessierten Menschen sehr gut gefallen wird.
    Vielen Dank an den dtv-Verlag, der mir dieses Buch freundlicherweise als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat.
  • Bewertung: