Rezension: Fremdes Japan. Wie ich versuchte, 88 Tempel zu erobern, und mich dabei in Japan verlor

Thomas Bauer – Fremdes Japan. Wie ich versuchte, 88 Tempel zu erobern, und mich dabei in Japan verlor

  • Verlag: MANA Verlag
  • Seitenzahl: 270
  • Teil einer Reihe?: Ja, Abenteuer REISEN
  • Inhalt und Rezension: Konventionelle Reiseführer sehen anders aus: sie klassifizieren, katalogisieren, informieren nüchtern und bringen die Highlights in eine Reihenfolge. Ganz anders dieser neue Reisebericht von Thomas Bauer mit dem Untertitel: Wie ich versuchte, 88 Tempel zu erobern und mich dabei in Japan verlor. Auf dem ältesten Pilgerweg der Welt rund um die japanische Insel Shikoku gerät er tief hinein in die japanische Kultur und Mentalität .Der Inhalt ist gegliedert in vier Abschnitte wie: Erwachen, Disziplin, Erleuchten, Nirwana, vervollständigt durch ein Kapitel: „Der Pilgerweg zu den 88 Tempeln von Shikoku“ , in dem der Leser auch etwas über Planung und Organisation einer Pilgerreise und deren Begründung erfährt. Den Abschluss des Buches bildet ein Glossar nützlicher japanischer Begriffe, das auch den auf eigene Faust Reisenden gut vorbereitet.In bekannter Thomas Bauer Manier schildert der Reisebericht wieder komische, verblüffende, überraschende und sehr persönliche Erfahrungen. Das Ganze liest sich spannend und der Leser erfährt viele Details von einem Land, über das die meisten nur die bekannten Vorurteile haben: Sushi zum Frühstück, Japaner sind höflich und haben keine eigene Meinung und sind stets bemüht, unter allen Umständen ihr Gesicht nicht zu verlieren. Aber dieses Bild wird auf vergnügliche und informative Weise korrigiert und vielschichtig durch andere Erfahrungen ersetzt. Das Buch ist mehr als ein Reisebericht, es ist ein Tagebuch der sehr persönlichen Art, ein landeskundlicher Führer gespickt mit hellsichtigen Kommentaren und nicht zuletzt eine Sammlung japanischer Märchen. Der Leser bekommt einen kleinen Einblick in das fremde aber nach der Lektüre des Buches neugierig machende Japan. Man sollte zwar auf eine Reise unbedingt einen konventionellen Reiseführer mitnehmen, aber als Einstimmung ist das Buch bestens geeignet und auch für den Angstabbau in ein Land zu reisen, dessen Schrift aus 15.000 Zeichen besteht.
  • Bewertung: 
Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Rezensionen 2017 von Zorro. Setze ein Lesezeichen zum Permalink.
Zorro

Über Zorro

Ich heiße Angelika Zörnig, bin Jahrgang 1948 und liebe Bücher und "Mon Cherie". Diese Kombination ist unschlagbar, besonders wenn es sich um Biografien, Familienromane, Psychodramen, Kurzgeschichten, Novellen und Lyrik handelt. Ansonsten gehe ich leidenschaftlich gern ins Theater und ins Kino oder beschäftige mich mit Märchenerzählen. Ich arbeite als Honorarkraft an einer Hamburger Grundschule. In dieser schönsten Stadt der Welt bin ich auch geboren und habe den größten Teil meines Lebens dort verbracht. Die Rezensionen werden von Stephi abgetippt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.