Rezension: Schwarzes Erbe

Jens Lossau – Schwarzes Erbe

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  • Verlag: dp DIGITAL PUBLISHERS
  • Seitenzahl: 355
  • Teil einer Reihe?: Nein
  • Inhalt: Lina und Ben kennen sich aus der Schule und nach dem Tod von Linas Onkel treffen sie sich an einem See und werden ein Paar. Kurze Zeit später ziehen beide gemeinsam in eine Wohnung und die Plüschraben Hugin, Munin und Nevermore ziehen mit ein. Diese spielen dann auch die Hauptrollen, in den Comics  zur „Rabenwelt“ in denen die beiden Jugendlichen über das Leben in den Konzentrationslagern Hitlerdeutschlands berichten. Diese Comics haben jede Menge Erfolg, was nicht allen zu gefallen scheint, denn die beiden Ben und Lina werden bedroht Außerdem scheint diese Auseinandersetzung mit der deutschen Geschichte Ben nicht gut zu tun, er wird immer mehr von den Dämonen seiner eigenen Vergangenheit eingeholt…
  • Rezension: Vor einigen Wochen habe ich vom Verlag ein  pdf mit  dem Vorab-Lese-Exemplars des Romans bekommen, der damals noch einen anderen Titel trug und auch sonst noch nicht 100% mit dem jetzt erschienenen Buch übereinstimmte.  Bei „Schwarzes Erbe“ handelt es sich nämlich um eine Wieder- bzw. Neuauflage des Romanes „Schlafwandler“ aus dem Jahre 2007. Obwohl ich dazu nicht mehr sagen möchte kann ich euch doch versichern, dass die Veränderungen durchweg positiv bzw. komplett nach meinem Geschmack waren. Am Anfang wusste ich nicht so recht, was ich von dem Buch halten sollte und was mich thematisch erinnern würde. Auch die Bedeutung der Raben war mir zu Beginn etwas unklar – ja ich war geradezu verwirrt warum sie Ben so wichtig sind und immer wieder auftauchen. Als die beiden dann die Rabenwelt-Comic schreiben war es mir natürlich klar. Die Geschichte der beiden Jugendlichen hat mit aber wirklich von der ersten Seite an sehr gefesselt, gerade durch den Anfang, der ja das Ende darstellt, und wo man sich immer wieder fragt, wie es wohl dazu kommt…. Die Idee Lina rückblickend schreiben zu lassen finde ich großartig. Der Inhalt der Geschichte ist wirklich nicht ganz leicht – psychische Erkrankung und Konzentrationslager, aber ich finde das es dem Autoren sehr gut gelungen ist gerade das zweite Thema auf eine ganz neue Art und Weise zu bearbeiten. Gerade durch die Raben wird es erschreckend deutlich, was dort wirklich damals geschehen ist und welche persönlichen Schicksale es gab, aber vor allem auch, was es mit den Menschen macht, auch wenn diese wie Ben gar nicht selbst dort gelebt hat. Sehr schwierig finde ich die Thematik der Bordelle. Hierfür finde ich es sehr hilfreich und unbedingt notwenig, dass sich im Anhang eine Übersicht mit Fakten findet. Aber auch das ganz persönliche Dilemma von Lina, die nicht weiß, wie sie ihrem Freund Ben helfen und nach seinem Tod weiter leben soll finde ich ganz großartig geschildert, ebenso wie das Dilemma vor dem sie ganz am Ende steht, über das ich jetzt aber nichts verraten möchte. Mir hat das Buch, auch wenn es irgendwie ganz anders ist als andere Bücher (besonders zu dem Thema Konzentrationslager Hitlerdeutschlands), sehr gut gefallen. Man muss es aber auf jeden Fall langsam lesen, um das Gelesene immer wieder verarbeiten zu können und vielleicht mit Anderen darüber sprechen. Trotzdem oder gerade deswegen kann ich das Buch wirklich empfehlen – vielleicht sogar als Schullektüre. Vielen Dank an den Verlag dp DIGITAL PUBLISHERS, der mir dieses Buch freundlicherweise als Vorab-Manuskript und später dann als Rezensionsexemplare zur Verfügung gestellt hat.
  • Bewertung: 4 Sterne
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Stephi

Über Stephi

Mein Name ist Stephi Hermann, ich bin Mama von zwei wundervollen Kindern , komme aus Hamburg, bin 39 Jahre alt und liebe Bücher über alles :-). Am liebsten lese ich sie gemütlich in meiner Hängematte in der Sonne oder mit leckerer Schokolade auf dem Sofa. Dabei mag ich es, wenn mich die Bücher in immer neue Welten entführen, egal ob sie in der echten Welt oder in der Phantasie spielen, sie eher romantisch sind oder mir beim Lesen eine Gänsehaut über den Rücken laufen lassen. Die Mischung macht´s. Deshalb lese ich nicht nur Bücher für Erwachsene, sondern sehr gerne auch Bücher für Jugendliche und Kinder.

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