Rezension: Wie ich aus Versehen eine Bank ausraubte

Simon Bartsch – Wie ich aus Versehen eine Bank ausraubte

wie ich aus versehen eine bank ausraubte

  • Verlag: Feuerwerke Verlag
  • Seitenzahl: 244
  • Teil einer Reihe?: Nein
  • Inhalt: Der geistig behinderte Jan ist verliebt in Laura und erlebt mit ihr ein riesiges Abenteuer. Alles beginnt damit, dass Jan und Laura aus Versehenen eine Bank ausrauben, weil Laura, die unter dem Tourette-Syndrom leidet, gerade einen sehr unpassenden Tick hat, als die beiden in der Bank sind Jan das Geld daraufhin einfach mitnimmt. Anschließend begeben sich die beiden anhand von Postkarten auf eine Reise durch Europa. Jan ist begeistert, besonders auch von Laura und ihren Showeinlagen, wie er ihre Ticks wahrnimmt und beschriebt alles auf seinem Blog. Doch nicht alle Menschen, die ihnen begegnen sind den beiden wohl gesonnen und nicht alle Aktionen so harmlos, wie Jan sie wahrnimmt. So wird Jan zum Beispiel als Drogenkurier benutzt und fällt beinahe von Eifelturm. Die beiden werde nach und nach zu richtigen Berühmtheiten und müssen sich immer öfter fragen, wem sie vertrauen können. Wie sieht es zum Beispiel mit ihrem Psychologen oder dem Journalisten aus?
  • Rezension: Der Autor selbst hat mich auf dieses Buch aufmerksam gemacht und ich habe nicht lange überlegt, denn meine Neugier auf sofort geweckt. Vielleicht hätte ich vorher noch ein wenig über den Autor und das Buch recherchieren sollen, denn dann wäre mir aufgefallen, dass es zur Kategorie „Humor“ gehört und bisher haben mich nur sehr wenige Bücher dieses Genres überzeugen können – besondern mit Englischem Humor kann ich nicht so viel anfangen und genau mit diesem wird „Wie ich aus Versehen eine Bank ausraubte“ von Simon Bartsch häufig verglichen. Ich habe beim Lesen der Geschichte immer wieder geschwankt, ob ich lachen oder geschockt sein soll, denn es ist teilweise schon echt heftig, was den beiden widerfährt z.B. am Strand auf Mallorca und wie naiv Jan dargestellt wird, dass er z.B. nicht mal weiß, dass Lauras Ticks eine Krankheit und keine absichtliche Showeinlage sind. Ich bin mir immer noch nicht sicher, ob man wirklich mit den beiden oder über sie lacht und letzteres möchte ich auf gar keinen Fall. Das Buch bewegt sich meiner Meinung nach auf einem sehr malen Grad zwischen „sich über die Behinderung lustig machen“ und „deutlich machen, dass Anderssein auch völlig normal ist und Menschen, die anders sind auf ihre ganz besondere Art und Weise auch ein „normales“ Leben führen, Spaß haben und glücklich sind“. Ich möchte das Buch als Mutmacher sehen, dafür dass man gemeinsam mit Menschen, die anders sind, also z.B. eine Behinderung haben, ihrer Andersartigkeit  auch mit Humor begegnen kann und als Beispiel dafür das diese Menschen ein glückliches Leben führen. Außerdem kann es sicher ein Appell sein Menschen, die an dem Tourette Syndrom leiden normal u begegnen und lieber mit Humor als mit Mitleid. Dafür spricht auch, dass der Autor den InteressenVerband Tic & Tourette Syndrom mit zehn Prozent des Erlöses unterstützt. Trotzdem finde ich persönlich das Buch schwierig und kann es daher nur eingeschränkt weiter empfehlen – zumindest nicht an Menschen die einen ähnlichen Humor haben wie ich und sich deshalb beim Lesen wahrscheinlich unwohl fühlen würden. Trotzdem aber: Vielen Dank an den Autor Simon Bartsch, der mir dieses eBook freundlicherweise als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat.
  • Bewertung: 3 Sterne
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Über Stephi

Mein Name ist Stephi Hermann, ich bin Mama von zwei wundervollen Kindern , komme aus Hamburg, bin 40 Jahre alt und liebe Bücher über alles :-). Am liebsten lese ich sie gemütlich in meiner Hängematte in der Sonne oder mit leckerer Schokolade auf dem Sofa. Dabei mag ich es, wenn mich die Bücher in immer neue Welten entführen, egal ob sie in der echten Welt oder in der Phantasie spielen, sie eher romantisch sind oder mir beim Lesen eine Gänsehaut über den Rücken laufen lassen. Die Mischung macht´s. Deshalb lese ich nicht nur Bücher für Erwachsene, sondern sehr gerne auch Bücher für Jugendliche und Kinder.

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