Rezension: Léon und Louise

Alex Campus – Léon und Louise

  • Verlag : Carl Hanser Verlag
  • Seitenzahl : 315
  • Teil einer Reihe? :  Nein
  • Inhalt:
    Ausgehend von dessen Beerdigung wird rückblickend das Leben von Léon beschrieben und so die merkwürdige Begebenheit aufgeklärt, dass während seiner Beerdigung eine der Familie unbekannte Frau eine Fahrradklingel in den Sarg legt und anschließend die Kathedrale von Notre-Dame wieder verlässt. Im Laufe des Buches erfährt man viele liebenswerte Details aus dem Leben von Léon in der Zeit der beiden Weltkriege. Die Beziehung zu seiner Jugendliebe Louise spielt darin eine wichtige Rolle. Er lernt sie mit 19 Jahren kennen und verliert sie dann aber schnell aus den Augen, als sie während eines Bombenangriffs getrennt werden und dann Fehlinformationen erhalten. Zufällig begegnen sie sich 10 Jahre später in Paris wieder und damit wird es richtig spannend…
  • Rezension:
    Der Roman wird aus Sicht eines der Enkelkinder einer fiktiven Person geschrieben und beginnt mit eben dessen Beerdigung,was, wie ich finde, eine sehr interessante Erzählperspektive ist. Auch handelt es sich um eine sehr untypische aber dafür besonders rührende fast märchenhafte Art und Weise an dieser Liebe festzuhalten, die unter sehr ungünstigen Umständen begann und deshalb keine Chance hatte. Der Leser fragt sich immer wieder wie die Geschichte zwischen den beiden wohl weitergeht und wie es zu dem Ende kommt, an dem Louis zu der Beerdigung von León geht und ihm eine Fahrradklingel, ein Symbol ihrer Liebe, ins Grab legt. Der Weg dorthin ist sehr schön beschrieben und der Autor legt viel Wert auf kleine Details. Besonders gut gefallen mir Louises Briefe und die Rolle der Frau von Léon, der Großmutter des Erzählers. Sie ist einer Frau mit vielen Facetten und macht im Laufe der Erzählung eine Wandlung durch und zeigt Stärke, sowie Verständnis und Liebe für ihren Mann, die wirklich beeindruckend sind. Die Zeit in der das Buch spielt wird, wie ich finde, auf eine sehr interessante und untypische aber durchaus authentische Art und Weise geschildert. Der Umgang mit der Besatzung von Paris durch die Deutschen spielt dabei eine wichtige Rolle. Außerdem macht dieses Buch sehr schön deutlich, wie unterschiedlich Liebe zu einem Menschen sein kann und welche Schwierigkeiten und Probleme sie überdauert und auf welchen verschiedenen Ebenen sie wirken kann. Es ist ein unvergessliches Buch!
  • Bewertung:  
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Über Stephi

Mein Name ist Stephi Hermann, ich bin Mama von zwei wundervollen Kindern , komme aus Hamburg, bin 40 Jahre alt und liebe Bücher über alles :-). Am liebsten lese ich sie gemütlich in meiner Hängematte in der Sonne oder mit leckerer Schokolade auf dem Sofa. Dabei mag ich es, wenn mich die Bücher in immer neue Welten entführen, egal ob sie in der echten Welt oder in der Phantasie spielen, sie eher romantisch sind oder mir beim Lesen eine Gänsehaut über den Rücken laufen lassen. Die Mischung macht´s. Deshalb lese ich nicht nur Bücher für Erwachsene, sondern sehr gerne auch Bücher für Jugendliche und Kinder.

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